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Praxissoftware vereinfacht die Arbeit, aber sie nimmt Einfluss auf die ärztliche Verordnung. Viele Praxissoftware-Produkte untergraben die Entscheidungsfreiheit des Arztes und belasten das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Der Verein für werbefreie Praxissoftware e. V. wehrt sich gegen diese unlautere Manipulation der Therapiefreiheit.

 

Dr. Peter Schlüter, Allgemeinmediziner in Hemsbach
Dr. Peter Schlüter, Allgemeinmediziner in Hemsbach

„Die versteckte Werbung in der von mir benutzten Praxissoftware empfinde ich nicht nur als große Belastung für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, wir Ärzte werden schlichtweg für dumm verkauft. Durch die subtile Art, Medikamente fast automatisch auf den Rezeptvordruck zu bringen, ist man als verordnender Arzt gezwungen, gerade hier erhöhte Sorgfalt walten zu lassen bzw. die Verordnung wieder abzuändern. Das bedeutet einen ernorm erhöhten Arbeitsaufwand.
Damit das ein Ende hat, habe ich mich nicht nur für die Gründung des Vereins für werbefreie Arztsoftware eingesetzt: Als Zweiter Vorsitzender möchte ich ganz aktiv etwas gegen diese ärgerlichen Praktiken unternehmen!“

   
Dr. Paul-Heinz Schlich, Internist in Nohfelden
Dr. Paul-Heinz Schlich, Internist in Nohfelden

 

 

„Bei mir hat sich die Erkenntnis recht langsam durchgesetzt, dass die in meiner Praxis eingesetzte Software versteckte Werbung enthält. Dafür war mein Ärger darüber dann umso größer: So etwas kann ich mir – auch im Hinblick auf meine Patienten, die mir vertrauen – nicht gefallen lassen. Der Verein für werbefreie Praxissoftware, für dessen Gründung ich mich von Anfang an eingesetzt habe, kann meiner Ansicht nach solche Praktiken effektiv bekämpfen.“

 


Wir checken die Werbepraktiken in der Arzt-Software
Die Therapiefreiheit ist ein entscheidender Wert ärztlichen Handelns. Aber sie ist zunehmend gefährdet, denn Gesetzgeber, Behörden, Verbände, Industrie und Patienten zerren die Therapieentscheidung in völlig unterschiedliche Richtungen. Selbst der intimste und sensibelste Bereich – das Arzt-Patientengespräch, das mit der Verordnung eines Arzneimittels im Sprechzimmer abschließt – unterliegt der direkten und subtilsten Beeinflussung. Arztsoftware verschafft der Werbung für bestimmte Arzneien Eintritt in den Praxiscomputer. Eine Hand voll Reimporteure und Generikahersteller "unterstützen" die Softwarehäuser dabei bereitwillig.

Die Verlockung ist groß: Die zehn verbreitetsten Software-Produkte erreichen zirka 80 Prozent aller Ärzte. Im März 2004 haben wir deshalb den Verein für werbefreie Praxissoftware e. V. mit Sitz in Walsrode gegründet.

Der Verein für werbefreie Praxissoftware wehrt sich nicht gegen Werbung generell. Im Gegenteil. Eine offene Informationskultur – und dazu gehört auch "saubere" Werbung – ist wichtig für die Meinungsbildung der Ärzte. Wir wehren uns aber gegen alle Formen der plumpen Manipulation. Es ist unlauter und abwegig, dass der Arzt im Moment der Verordnung in seinem Sprechzimmer, das dem intimen Verhältnis zwischen Arzt und Patient vorbehalten sein sollte, bei seiner Therapieentscheidung manipuliert wird.

Zweck des Vereins ist es, den in der Praxissoftware versteckten unlauteren Wettbewerb zu thematisieren und Ärzten zu zeigen, wie sie ihm ausweichen können. Helfen Sie uns, diese Ziele zu erreichen, indem Sie uns ihre Erfahrungen und Ärgernisse mitteilen. Identifizieren Sie sich mit den Zielen des Vereins, indem Sie Mitglied werden oder sich in die "Unterschriftenliste" eintragen.

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